Texte Adolphi

Adolphi 1988: Chinaforschung ohne Distanz

in: Die Weltbühne, Berlin (DDR), Nr. 40/1988 vom 4. Oktober 1988, S. 1260-1261

Zum ersten Mal hatte die Europäische Vereinigung für Chinastudien (EACS) zu einer Konferenz in ein sozialistisches Land eingeladen, und fast überall, wo in Europa zu Chinas Geschichte und Gegenwart, zu seiner Literatur und Sprache geforscht wird, war der Ruf nach Weimar auf freundliche Zustimmung gestoßen.

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Adolphi 1988: Pekinger Studien

in: Die Weltbühne, Berlin (DDR), Nr. 29/1988 vom 19. Juli 1988, S. 906-908

Mit den Kommilitonen der Peking-Universität kommt man rasch ins Gespräch. Auf der immer belebten Hauptallee des riesigen Universitätscampus zum Beispiel – wenn sie nicht gerade tollkühn durch die Fußgängermenge zur Vorlesung radeln oder in Paaren zum Wohnheim flanieren. Auch im Buchladen des Campus, wo nie kein Gedränge herrscht.

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Adolphi 1987: Zehntausend Kilometer in einem Zuge

in: Die Weltbühne, Berlin (DDR), Nr. 43/87 vom 27. Oktober 1987, S. 1358-1360

Manzhouli heißt die chinesische Grenzstation an der Bahnlinie Moskau-Peking. Genauer: an der längeren der beiden möglichen Strecken, die – die Mongolische Volksrepublik östlich umgehend – auf dem Weg zur Endstation noch das ausgedehnte nordostchinesische Industriegebiet mit den Provinzmetropolen und Millionenstädten Harbin, Changchun und Shenyang durchquert.

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Adolphi 1985: Tokioter Charité-Spuren

in: Die Weltbühne, Berlin (DDR), Nr. 48/85 vom 26. November 1985, S. 1522-1525

Philipp Franz von Siebold (1796-1866), als deutscher Arzt in holländischen Diensten durch seine Japan-Beschreibungen berühmt geworden, nennt in den Tagebüchern seiner ersten Reise von Nagasaki zur Hauptstadt Edo – dem heutigen Tokio – im Jahre 1826 den Namen Ko Riosai. „Er war“, so Siebold, „ein junger Arzt aus Awa auf Shikoku und befliss sich vorzüglich der Augenheilkunde.“ Und weiter: „Ich zählte ihn unter meine eifrigsten Schüler.“

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Adolphi 1985: Nudel-Künste

von Wolfram Adolphi (Tokio)

in: Die Weltbühne, Berlin (DDR), Nr. 12/85 vom 19. März 1985, S. 372-373

Natürlich haben die Götter vor das Fahren der Nudeln erst einmal ihre Produktion gesetzt. Und zuallererst ist es diese, die die Bezeichnung „Kunst“ verdient, denn: es geht um japanische Nudeln. Gebilde von – im wahrsten Sinne des Wortes – Ellenlänge, rund oder quadratisch oder flach rechteckig im Querschnitt, mit keiner Gabel zu bändigen, nicht nach Spaghettiart zu wickeln oder wie Makkaroni zu zerstückeln.

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